Sommer, Urlaub, Strandtag – und irgendwo liegt das Smartphone. Vielleicht auf dem Handtuch neben der Liege, vielleicht auf dem Armaturenbrett im Auto, vielleicht einfach kurz auf dem Fensterbrett in der prallen Sonne. Klingt harmlos. Ist es aber nicht immer.
Smartphones und direkte Sonneneinstrahlung vertragen sich schlecht. Und das aufgeheizte Auto ist im Sommer eine der gefährlichsten Umgebungen für ein Mobilgerät – auch wenn es viele nicht so einschätzen würden.
Was im Inneren des Autos wirklich passiert
Ein Auto, das in der Sommersonne steht, heizt sich innen extrem schnell auf. Bei 25 Grad Außentemperatur können im Fahrzeuginnenraum innerhalb von zwanzig Minuten über 50 Grad erreicht werden. Bei 30 Grad draußen klettern die Innentemperaturen noch schneller noch weiter.
Ein Smartphone, das auf dem Armaturenbrett liegt, ist dabei gleich zwei Einflüssen ausgesetzt: der Umgebungshitze im Fahrzeug und der direkten Sonneneinstrahlung durch die Windschutzscheibe, die wie eine Art Linse wirken kann.
Die meisten Hersteller geben für ihre Geräte eine maximale Lagertemperatur von etwa 45 Grad an – manche auch bis 60 Grad. Aber das sind Grenzen für die Lagerung, nicht für den Dauerbetrieb. Ein Gerät, das bei 50 Grad im Auto liegt und gleichzeitig noch Benachrichtigungen empfängt und verarbeitet, überschreitet diese Grenzen schnell.
Was das Gerät dann macht
Moderne Smartphones haben eingebaute Schutzmechanismen. Sobald die interne Temperatur eine kritische Schwelle überschreitet, zeigen sie eine Warnung an und schränken Funktionen ein – manchmal lässt sich das Display nicht mehr entsperren, manchmal schaltet sich das Gerät komplett ab.
Das ist kein Defekt. Das ist das Gerät, das sich selbst schützt.
Problematisch wird es, wenn dieser Zustand regelmäßig erreicht wird oder länger anhält. Denn jede Phase extremer Hitze hinterlässt Spuren im Akku. Lithium-Ionen-Akkus verlieren bei hohen Temperaturen dauerhaft an Kapazität – nicht sofort, aber über Zeit. Wer sein Gerät jeden Sommer regelmäßig im heißen Auto liegen lässt, wird das irgendwann an der Akkuleistung merken.
Direkte Sonne: unterschätzt, aber wirksam
Auch abseits des Autos ist direkte Sonneneinstrahlung ein ernst zu nehmender Faktor. Ein Smartphone, das auf einem hellen Untergrund in der Mittagssonne liegt, absorbiert Wärme von außen, während es gleichzeitig intern weiterarbeitet. Das dunkle Glasrücken vieler Geräte heizt sich dabei besonders schnell auf.
Wer am Strand oder auf einer Terrasse sein Gerät unbeaufsichtigt in der Sonne liegen lässt, riskiert, dass es sich nach kurzer Zeit abschaltet – und im schlimmsten Fall, dass der Akku dauerhaft Schaden nimmt.
Ein Hinweis, den viele nicht kennen: Selbst wenn das Gerät nach dem Abkühlen wieder normal funktioniert, können kurzfristige Anzeigefehler oder ein leicht verfärbtes Display in den Tagen danach Hinweise auf Hitzeeinwirkung sein. Meist erholt sich das Display, aber es ist kein gutes Zeichen.
Wie man das Gerät im Sommer schützt
Die einfachste Maßnahme: das Gerät nicht unbeaufsichtigt in der Sonne oder im Auto lassen. Klingt selbstverständlich, wird aber im Alltag häufig vergessen – schnell mal kurz in den Supermarkt, Handy bleibt auf dem Beifahrersitz.
Im Auto hilft es, das Gerät in der Mittelkonsole, im Handschuhfach oder unter dem Sitz aufzubewahren – also irgendwo, wo keine direkte Sonneneinstrahlung hinkommt. Auf dem Armaturenbrett sollte ein Smartphone im Sommer grundsätzlich nicht dauerhaft liegen.
Beim Navigieren im Auto – also wenn das Handy aktiv genutzt wird – sorgt eine Halterung an einer schattigen Position, kombiniert mit der Klimaanlage des Fahrzeugs, für deutlich bessere Bedingungen als ein Gerät, das in der Sonne auf dem Armaturenbrett liegt und gleichzeitig GPS, Display und Prozessor voll auslastet.
Für den Strand oder Ausflüge gilt: Handy in eine Tasche oder in den Schatten legen, wenn man es gerade nicht braucht. Ein kleines Tuch darüber reicht oft schon aus.
Sollte das Gerät trotz aller Vorsicht doch einmal überhitzt und warm geworden sein, findet sich in Handy wird heiß – was tun? eine übersichtliche Anleitung, was dann zu tun ist – und was man dabei unbedingt vermeiden sollte.
